Cosmopoly

COSMOPOLY: wie es der Name dieses Albums bereits sagt, haben sich eine bunte Gruppe interessanter Menschen und grossartiger Musiker aus aller Welt zusammengefunden. Es wurde gemeinsam improvisiert, teilweise ganz frei oder über musikalische Elemente von Andreas. Es konnten viele einzigartige Augenblicke eingefangen werden, der grösste Teil davon "first takes", d.h. ohne Vorbereitungen oder Wiederholungen. Dann am Ende des Abends hat man jeweils die interessantesten Stellen gemeinsam herausgesucht. Es ist dies sicher das vielseitigste Album von Vollenweider.

Original release 1999, (re-release 2005, remastered)

1.  Morning Poem (1:12)

Andreas Vollenweider: celtic harp
Carlos Nunez: Low whistle

„Der frühe Morgen ist für mich eine ganz wichtige Tageszeit. Mit den Kindern, die schon sehr zeitig zur Schule müssen, wird allerdings auch meine ‚Türe in den Tag’ nicht immer so sanft wie in diesem kurzen Song aufgestossen.
Carlos Núñez spielt die sehr seelenvolle tiefe Holzflöte. Er kommt aus dem spanischen Galizien und ist Teil einer sehr grossen und aktiven keltischen Kultur (Galizien: Land der Kelten). Wie man sieht hat es schon zu dieser Zeit einen regen Kulturaustausch gegeben.”

2. Stella (5:18)

Andreas Vollenweider: harp, voice
Walter Keiser: drums
Christoph Stiefel: keyboards
Solis String Quartet

„Der Song resultierte aus dem Experimentieren mit zwei meiner ‚good old friends’, Walter Keiser am Schlagzeug, Christoph Stiefel am Keyboard und dem groovigen Solis String Quartet. Die vielen Jahre der Zusammenarbeit lassen doch auch immer wieder neue und frische Wege zu, was nicht selbstverständlich ist und mich sehr freut.”

3.  Elle Chelle (3:13)

Andreas Vollenweider: Gu cheng (Chinese harp)
Bobby McFerrin: voice

„‚What’s that thing over there’ hat Bobby McFerrin gesagt und damit das Gu-Cheng, die chinesische Harfe gemeint. Knapp vier Minuten später war der Song bereits auf Band. Das war ziemlich am Anfang unserer Session und wir haben dabei sicherlich von gegenseitigen Ueberraschungseffekten profitieren können. In diesem Stück ist Bobbys grossartiger lockerer und spritziger Humor unüberspürbar.”

4.  Vals del Sur (3:32)

Andreas Vollenweider: harp
Solis String Quartet
Vincenzo DiDonna, Violin
Luigi DeMayo, Violin
Gerardo Morrone, Viola
Antonio DiFranca, Cello

„Mit meinen neapolitanischen Freunden, Vincenzo, Luigi, Gerardo und Antonio war ich schon bestens vertraut. Sie waren als ‚Solis String Quartet’ schon in meiner Band und wir haben zusammen ausgiebig in ganz Europa Tourneen gemacht. Als würdige Vertreter der südlichen, lateinischen Romantik ist ihnen diese Art Tango-Walzer auf den ‚Leib geschrieben’“.

5.  Hush, My Heart, Be Still… (5:42)

Andreas Vollenweider: harp
Djivan Gasparyan: duduk (Armenian wind instrument), voice 

„Eines meiner stärksten Erlebnisse dieser Sessions war die Zusammenarbeit mit dem Armenier Djivan Gasparyan. Er spielt das aus Aprikosenholz geschnitzte Blasinstrument Duduk, welches gemacht ist, um sanft aber bestimmt Dein Herz zu brechen. Es ist der Klang einer süss-schmerzlichen Erinnerung, einer Sehnsucht, so alt wie das Leben selbst.
Der über siebzigjährige Djivan ist der wahre Meister auf dem Duduk. Ein Mann mit unglaublicher Herzenswärme und grossen, ausdrucksstarken Augen. Obwohl niemand von uns armenisch oder russisch gesprochen hat, waren die beiden Tage mit ihm voller Witz und Spielfreude.”

6.  Petit Smile (1:54)

Andreas Vollenweider: harp
Kepa Junkera: trikitixa (Bask accordeon) 

Kepa Junkera, der Mann aus dem Baskenland, war ‚der junge Wilde’ in diesen Studiotagen. Er spielt sein Trikitixa, das baskische Akkordeon, unglaublich virtuos und ist dabei kaum zu bremsen. Diese akrobatische Fähigkeit hat ihn auch weit herum bekannt gemacht - er bereist die Welt, wie auch Carlos Núñez, oft mit der legendären irischen Gruppe, den Chieftains.”

7.  Under One Moon (4:55)

Andreas Vollenweider: Gu cheng (Chinese harp), voice
Carlos Nunez: whistles
Kepa Junkera: trikitixa (Bask accordion)
Mindy Jostyn: fiddle, voice
Walter Keiser: drums
Max Laesser: slide guitar
Michel Poffet: acoustic bass

„In diesem Song kommen wirklich viele kulturelle Element zusammen und der kosmopolitische Gedanke dieses Albums wird deutlich. Wie so oft zuvor wurde mir wieder einmal deutlich, dass die wirklich markanten Grenzen der Kulturen eigentlich nur durch die Grenzen unserer Vorstellungskraft gezogen werden. Es gibt so viel mehr was uns verbindet und die Musik war immer schon Zeuge davon.
Asiatisches, Bluegrass Elemente, Musette und Irisches kann ganz friedlich zusammen leben. Neben Carlos und Kepa spielt die amerikanische Multiinstrumentalistin Mindy Jostyn (Fiddle und Gesang). Sie war auch schon einige Male Teil meiner Tour-Band und wir haben zusammen die Welt umrundet. Slide Gitarrist Max Lässer ist wie auch Walter Keiser ebenfalls Freund und Mitmusiker der ersten Stunde. Ich bin immer wieder heilfroh, dass ich in der ‚Nachbarschaft’ auf solch grossartige Musiker zählen kann, so auch den groovigen Kontrabassisten Michel Poffet.” 

8.  Ancient Pulse ( 4:01)

Andreas Vollenweider: harp
Abdullah Ibrahim: piano

Abdullah Ibrahim kenne ich schon seit meiner musikalischen Jugend. Ich war etwa Siebzehn, als ich zum ersten Mal im Konzert von Abdullah musikalisch ‚hypnotisiert’ wurde. Schon nach wenigen Minuten spürte ich eine seltsame Verwandtschaft; die repetativen Ostinato-Linien im Bass und darüber mit der rechten Hand sich frei bewegend, mit vielen klaren Dreiklängen - das war auch ganz die Art wie ich selbst das Klavier entdeckte und mich oft stundenlang wegtragen liess (statt Hausaufgaben zu machen).
Danach haben sich unsere Wege immer wieder gekreuzt, bis sich nun eine erste musikalische Zusammenarbeit ergeben hat. Bei mir zuhause entstand  zwischen Tee und Philosophieren eine ganze Menge Musik. Und da war er wieder, dieser groovige Puls und alles machte Sinn…
Abdullah Ibrahim war für mich schon immer ein ‚Weltmusiker’. Seine Musik war nie einfach ‚nur’ Jazz, sondern enthielt zu allen Zeiten deutlich südafrikanische schwarze Identität. Ein würdiger Vertreter des kosmopolitischen Gedankens.”

9.  Peachtree Valley (3:35)

Andreas Vollenweider: gu cheng (Chinese harp)
PingJing Xü Orchestra
PingJing Xü: yang qin
Xiajing Wang: erhu
Walter Keiser: percussion

„Schon seit vielen Jahren bin ich verzaubert von der chinesischen orchestralen Musik. Eine unglaublich bunte Palette von Klangfarben. Immer habe ich mir gewünscht, diesen Farbkasten einmal benützen zu können. Durch Xu Pingxin, ein Meister des chinesischen Hackbrettes Yangqin, rückte diese Möglichkeit in greifbare Nähe. Er hat für mich die Orchestration bearbeitet und an die Instrumente angepasst sowie das Orchester zusammengestellt.
Ich muss sagen, ich hätte nie gedacht, dass die Söhne und Töchter des LaoTse einen solch sprühenden Humor entwickeln können, es wurde selten soviel gelacht.
Inspiriert zu diesem Stück wurde ich bei einer Reise nach China 1986. Mein Freund Chung Liang Al Huang, TajChi Meister und Philosoph, hat mich damals in ein verzaubertes Tal geführt im bergigen Süden Chinas. Dieses ‚Tal der Pfirsiche’ kann nur auf einem einzigen Weg erreicht werden. Man muss aus einem regelrechten Labyrinth von kleinen Flüssen den richtigen auswählen. Dafür gibt es einen Hinweis, aber nur in der Zeit, wenn die Pfirsichbäume blühen, denn da trägt der Fluss die Blütenblätter in’s Tal.
Am Ende eines recht beschwerlichen Bergpfades erreicht man dann das herrliche Tal und findet dort ein uraltes taoistisches Kloster mit nur einem Mönch und einem einzigen Novizen. Ein unvergessliches Erlebnis.
Normalerweise ist die chinesische Musik nicht so vielstimmig. Die vielen Melodieläufe des Stückes stehen für das Wasserlabyrinth.”

10. Bright Moon, Still Shining… (1:06)

Andreas Vollenweider: baby koto
Baenz Oester: acoustic bass
Chung Liang Al Huang: voice

Zen poems:
Sitting quietly, doing nothing
spring comes, grass grows by itself

Deep forest, no sign of men
Bright moon, still shining through 

„Eine Miniatur. Chung Liang Al Huang rezitiert zwei meiner liebsten Zen Kurz-Gedichte. Musikalisch eingebettet wird es von einem Zwiegespräch eines Baby Kotos (japanische Harfe) und eines Kontrabasses, gespielt vom Schweizer Bänz Oester.”

Ich sitze still und tue nichts
der Frühling kommt, das Gras wächst von alleine

Tiefer Wald, kein Mensch ist hier
dennoch, der helle Mond scheint hindurch

11. At The Forest Fountain (6:08)

Andreas Vollenweider: 12-string guitar
Carlos Nunez: whistles, flutes & pipes
Mindy Jostyn: fiddle, voice
Max Laesser: lap steel guitar
Kepa Junkera: trikitixa (Bask accordeon)
Walter Keiser: drums, frame drum
Michel Poffet: acoustic bass 

„Dieser Song ist sehr irisch ‚angehaucht’. Für mich dringt aus der irischen Musik unglaublich viel Lebensfreude und unbändiger Freiheitsdrang. Zu dieser Musik hat sich in meinem Kopf ein richtiger kleiner Film entwickelt; eine Waldlichtung mit einem uralten, grossen und runden Brunnen, fröhliche Menschen feiern und tanzen um den Brunnen herum - erfinde weitere Varianten…
Die Besetzung ist identisch mit ‚Under One Moon’, nur spiele ich diesmal 12-saitige Gitarre und der Max auf einer meiner Lieblingsgitarren, der Lap Steel Guitar. Carlos Núñez spielt neben seinen rauchigen Whistles auch noch ein virtuoses Solo auf der eindringlichen Gaita (galizischer Dudelsack).”

12. Your Silver Key (1:55)

Andreas Vollenweider: Bavarian folk harp
Carly Simon: voice
Lyrics: quotes from Finnegans Wake by James Joyce 

„Mit der Amerikanerin Carly Simon verbindet mich seit bald achtzehn Jahren eine wunderbare Freundschaft. Ich habe ihr sehr viel zu verdanken, denn sie hatte damals in den Anfängen sehr viele Leute in Amerika mit dem Virus ihrer Begeisterung angesteckt. Die Medien waren anfangs ja auch eher skeptisch dieser seltsamen Musik gegenüber. Aber Carly hat viele von ihnen aufgetaut.
Als ich das Cosmopoly-Projekt angefangen hatte, hat sie mich immer wieder ermutigt, motiviert und Vorschläge gebracht. Ihre wunderbare, reife und starke Stimme verbindet sich sanft mit dem Lied. Auch ihre Textidee (Zitate aus Finnegan‘s Wake von James Joyce) trifft für mich den Nerv der Musik.”

13. Long Road To You (2:40)

Andreas Vollenweider: ocarina (Italian clay flute)
Solis String Quartet

„Die Freunde aus Napoli entfalten in diesem Stück ihren speziellen Streich-Quartett-Sound. Entstanden ist das Lied beim Improvisieren mit meiner kleinen Tochter. Sie spielte Violine und ich begleitete sie am Klavier. Wir haben uns längere Zeit in dieser Tonart treiben lassen und dabei entwickelten sich die Elemente des Songs.
Ich erinnere mich gut, dass dies auch ganz der Weg war, wie ich selbst in die Musik hineingewachsen bin. Ich spielte oft Stunden mit meinem Vater, frei, scheinbar ziellos. Aber das Gefäss, aus welchem ich später viel Musik schöpfen konnte, hat sich dabei stetig füllen können.
In diesem Song spiele ich auf der Ocarina, einer Flöte aus Ton in der Form eines Vogels. Ocarina ist italienisch und bedeutet ‚das Gänschen’“.

14. Capriccio (2:00)

Andreas Vollenweider: harp
Bobby McFerrin: voice

„Nach dem arbeitsreichen Tag und dem sehr ausgedehnten Nachtmahl, glaubte niemand mehr so richtig, dass etwas wirklich brauchbares herauskommt, wenn Bobby und ich nochmals im Studio etwas probieren würden. Doch kaum hatten wir zu spielen angefangen, so waren wieder Leichtigkeit und Groove treibende Kraft.”

15. Will O’ The Wisp (ignus fatuus) (3:56)

Andreas Vollenweider: harp
Ray Anderson: trombone
Christoph Stiefel: keyboards
Walter Keiser: drums 

„Der englische Ausdruck bedeutet ‚das Irrlicht’. In alten Geschichten waren es die tanzenden Irrlichter, welche versuchten, die nächtlichen Reisenden irrezuführen, sodass sie vom Weg abkommen würden. Sie galten als Zudiener der düsteren Mächte. Dieses Stück ist ein kurzer Ausschnitt aus der sehr spannenden Session mit Ray Anderson, Walter Keiser und Christoph Stiefel. Ich hatte eine sehr lose und offene harmonische Struktur eingebracht, und dann ging ‚die Post ab’. Alles ist so erhalten wie wir es gespielt haben - es wurde nichts hinzugefügt oder weggelassen.
Es war genau diese Art zu musizieren, die mich von allem Anfang an für dieses Medium begeistert hat. Es lebe die nonverbale Kommunikation!”

16. Cor Do Amor (2:35)

Andreas Vollenweider: harp
Milton Nascimento: voices, lyrics
Walter Keiser: frame drum, percussion

Let the torment go,
Wipe out the pain,
Dance lightly to the sound of color,
That leads you
To the path of love.

Our first emotion
Was born as a song,
Openhearted.
Come, and stay forever

Our lives were marked,
The steps we followed were traced --
We were happy, and knew it well.
Inscribed within our united souls
A full guarantee
That emotion took over our life
And so much love flowed.

Far from torment,
Far from pain,
Today we dance the color of love
Brought by a song, it remains forever.

Far from torment,
Far from pain,
Today we dance the color of love
Brought by a song, it remains forever.

(Lyrics by Milton Nascimento translated from Portugese by Mark Ginsburg)

„Ich habe Milton Nascimento vor vielen Jahren kennengelernt und schätze ihn seitdem sehr für seine Musik, seine Poesie, aber auch für sein grosses Engagement für diesen Planeten und seine Bewohner. Er hat für dieses Lied ein wunderbares Gedicht geschrieben und es mit seiner direkten, schnörkellosen Stimme in die Musik hineingewoben.
Seine Texte sind wie eine starkes Licht und suchen den Weg in die Tiefen der Menschen, da wo das klare Ja zum Leben wohnt, ohne Wenn und Aber und Vielleicht.”

17. The Fishbirdtree - - Little Snap (4:03)

Andreas Vollenweider: double-fish-clay-flute
Bobby McFerrin: voices

„Kurz vor Bobbys Abreise entdeckte er meine Sammlung exotischer Blasinstrumente. Er pflückte sich eine fischförmige Doppelflöte aus Ton heraus und drückte sie mir in die Hand. ‚Komm, machen wir etwas damit’. Wie alle Stücke der Sessions mit Bobby purzelte auch dieses spielerisch und unbeschwert aus uns heraus.”

Total time 57:54

All music composed and arranged by Andreas Vollenweider, except
3/14/17 (Vollenweider-McFerrin)
7 (Vollenweider-Ibrahim)
5 (Vollenweider-Gasparyan)
16 (Vollenweider-Nascimento)
15 (Vollenweider-Keiser-Stiefel-Anderson)

All songs recorded live at
Bomapark Studios, Switzeland (1/2/3/5/7/9/14/17)
Powerplay Studios,  Switzerland (4/6/8/10/11/13/15/16)  
Hidden Star Hill Studios, USA (12)

Recording engineers Helge Dyk (1-6/8-11/13-17), Eric Merz (16), Moritz Wetter/Pedro Haldemann (7), Ed Tuton (12)
Assistant at Powerplay Studios: Christian Mueller
Food and shelter at Powerplay Studios: Claudia Boggio
Mixed and mastered at Bomapark Studios by
Andreas Vollenweider, Duede Duerst, Helge Dyk
Production team: Duede Duerst, Hugo Faas, Andreas Vollenweider
Front cover logo:  Andreas Vollenweider
Cover design & photographs: Duede Duerst 

My family, Beata, Jonathan, Sebastian and Noëmi, as well as the many friends and co-adventurers of this project, have once again been patient, dedicated, honest, understanding, enthusiastic, true, critical, energetic, original, natural, creative and inspiring… you all have my deepest appreciation.
So many wonderful adventures in my life…

Andreas Vollenweider August 1999

Musik von diesem Album

Morning Poem

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